Finanzierung & Darlehen

Bausparvertrag

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4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Ein Bausparvertrag besteht aus einer Sparphase und einer Darlehensphase. Du sparst zunächst einen Teil der Bausparsumme an und erhältst nach der Zuteilung ein Bauspardarlehen zu einem schon bei Vertragsabschluss festgelegten Zins. So sicherst du dir Zinssicherheit für die Zukunft.

Inhalt dieses Artikels
  1. Wie funktioniert ein Bausparvertrag?
  2. Die wichtigsten Begriffe
  3. Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?
  4. Bausparvertrag in der Baufinanzierung
  5. Bausparen für Modernisierungen
  6. Das Wichtigste auf einen Blick
  7. Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Das Bausparen ist ein typisch deutsches Modell mit langer Tradition. Das Prinzip: Viele Sparer zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem andere Bausparer ihre Darlehen erhalten. Weil die Zinsen für Guthaben und Darlehen schon beim Abschluss feststehen, bietet der Bausparvertrag Zinssicherheit – unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen entwickeln.

Ein Bausparvertrag läuft in zwei Phasen:

  1. Sparphase: Du zahlst regelmäßig ein, bis ein Mindestguthaben erreicht ist – meist 30 bis 50 % der Bausparsumme. Das Guthaben wird gering verzinst.
  2. Darlehensphase: Nach der Zuteilung bekommst du dein Guthaben plus das Bauspardarlehen ausgezahlt. Das Darlehen zahlst du mit festen, meist relativ hohen Raten zurück.

Die wichtigsten Begriffe

  • Bausparsumme: Der Gesamtbetrag des Vertrags, also Guthaben plus späteres Darlehen.
  • Abschlussgebühr: Meist 1 bis 1,6 % der Bausparsumme, fällig bei Abschluss.
  • Zuteilung: Der Zeitpunkt, ab dem die Bausparsumme ausgezahlt werden kann.
  • Bewertungszahl: Eine Kennzahl der Bausparkasse, die aus Sparzeit und Guthaben berechnet wird und über die Zuteilung entscheidet.
  • Bauspardarlehen: Das Darlehen nach der Zuteilung, mit festem Zins für die gesamte Laufzeit.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?

Sinnvoll kann er sein, wenn …

  • du in einigen Jahren eine Anschlussfinanzierung hast und dir den Zins heute sichern möchtest
  • du eine Modernisierung planst und dafür gezielt sparen willst
  • du staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage nutzen kannst
  • du ein Darlehen ohne Grundschuld für kleinere Beträge suchst – viele Bausparkassen verzichten bis zu einer bestimmten Summe auf die Grundbucheintragung

Weniger sinnvoll ist er, wenn …

  • du kurzfristig kaufen willst – die Sparphase dauert meist Jahre
  • die Marktzinsen niedrig sind und du das Geld anderswo besser anlegen kannst
  • die Abschlussgebühr und die niedrige Guthabenverzinsung den Zinsvorteil aufzehren

Unser Tipp
Ein Bausparvertrag ist kein Selbstzweck. Rechne immer die Gesamtkosten – inklusive Abschlussgebühr und entgangener Guthabenzinsen – gegen Alternativen wie ein Forward-Darlehen. Wir vergleichen beide Wege gern für deine konkrete Anschlussfinanzierung.

Bausparvertrag in der Baufinanzierung

In der Praxis wird der Bausparvertrag häufig mit einem Bankdarlehen kombiniert. Beim Kombi-Darlehen zahlst du zunächst nur Zinsen für ein tilgungsfreies Darlehen und sparst parallel in den Bausparvertrag. Nach der Zuteilung wird das Darlehen mit der Bausparsumme abgelöst. Das kann Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit bieten, ist aber nicht immer günstiger als ein klassisches Annuitätendarlehen.

Auch bestehende, bereits angesparte Bausparverträge sind wertvoll: Das Guthaben kann als Eigenkapital eingesetzt werden, und ein zuteilungsreifer Vertrag kann einen Teil der Finanzierung günstig abdecken.

Bausparen für Modernisierungen

Ein Bausparvertrag eignet sich besonders für geplante Modernisierungen in einigen Jahren. Viele Bausparkassen vergeben Bauspardarlehen bis zu einer bestimmten Höhe ohne Grundbucheintrag. So kannst du Heizungstausch, neue Fenster oder ein Bad später günstig und unkompliziert finanzieren – und die Zinsen stehen schon heute fest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sparphase und Darlehensphase mit vorab festgelegten Zinsen.
  • Abschlussgebühr von meist 1 bis 1,6 % der Bausparsumme.
  • Geeignet zur Zinssicherung, weniger für schnelle Käufe.
  • Immer mit Alternativen wie dem Forward-Darlehen vergleichen.

Häufige Fragen: Bausparvertrag

Wie hoch ist die Abschlussgebühr?

Meist 1 bis 1,6 % der Bausparsumme. Bei 50.000 Euro Bausparsumme also 500 bis 800 Euro. Sie wird in der Regel mit den ersten Sparraten verrechnet.

Wann wird ein Bausparvertrag zugeteilt?

Wenn das Mindestsparguthaben erreicht ist (oft 30 bis 50 % der Bausparsumme) und die sogenannte Bewertungszahl erfüllt ist. Die Bausparkasse kann den genauen Zeitpunkt nicht garantieren.

Kann ich das Guthaben auch ohne Darlehen nutzen?

Ja. Nach der Zuteilung kannst du dir das Guthaben auszahlen lassen und auf das Darlehen verzichten. Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie sind aber an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden.

Kann ich einen Bausparvertrag verschenken oder übertragen?

Häufig ja, etwa an nahe Angehörige. Die Bedingungen legt die Bausparkasse fest.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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