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Bauträger

Auch: Bauträgergesellschaft

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Ein Bauträger baut auf eigenem Grundstück und in eigener Verantwortung Häuser oder Wohnungen und verkauft sie inklusive Grundstück an Käufer – meist schlüsselfertig. Bezahlt wird nicht auf einmal, sondern in gesetzlich geregelten Raten nach Baufortschritt.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist ein Bauträger?
  2. Wie läuft der Kauf ab?
  3. Vorteile beim Kauf vom Bauträger
  4. Risiken und worauf du achten solltest
  5. Finanzierung beim Bauträgerkauf
  6. Woran erkennst du einen seriösen Bauträger?
  7. Das Wichtigste auf einen Blick
  8. Häufige Fragen

Was ist ein Bauträger?

Ein Bauträger ist ein Unternehmen, das Grundstücke erwirbt, darauf Wohnhäuser oder Wohnanlagen plant und baut und diese anschließend verkauft – häufig schon, bevor sie fertig sind. Für dich als Käufer bedeutet das: Du erwirbst Grundstück und Gebäude aus einer Hand, meist schlüsselfertig und zu einem Festpreis.

Rechtlich bist du dabei nicht Bauherr, sondern Käufer. Der Bauträger trägt die Verantwortung für Planung, Genehmigung und Bauausführung.

Wie läuft der Kauf ab?

  1. Auswahl und Reservierung: Du wählst eine Einheit anhand von Plänen, Visualisierungen und Baubeschreibung.
  2. Finanzierung klären: Vor dem Notartermin sollte die Finanzierung stehen.
  3. Bauträgervertrag: Er wird notariell beurkundet und enthält Kaufpreis, Baubeschreibung, Fertigstellungstermin und Zahlungsplan.
  4. Auflassungsvormerkung: Sie sichert deinen Anspruch im Grundbuch.
  5. Ratenzahlung nach Baufortschritt: Du zahlst in bis zu sieben Raten nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV).
  6. Abnahme und Übergabe: Nach Fertigstellung nimmst du das Objekt ab und ziehst ein.

Vorteile beim Kauf vom Bauträger

  • Planungssicherheit: Festpreis und fester Fertigstellungstermin.
  • Wenig Aufwand: Keine Koordination von Handwerkern, keine eigene Bauleitung.
  • Gesetzlicher Schutz: Die MaBV sorgt dafür, dass du nur für erbrachte Leistungen zahlst.
  • Neubaustandard: Moderne Energieeffizienz, oft förderfähig, geringe Instandhaltung in den ersten Jahren.

Risiken und worauf du achten solltest

  • Insolvenz des Bauträgers: Prüfe Referenzen und Erfahrung. Die Zahlung nach Baufortschritt begrenzt dein Risiko, schließt es aber nicht aus.
  • Vage Baubeschreibung: Unklare Formulierungen führen zu Streit und Sonderwunschkosten.
  • Bauverzögerungen: Achte auf einen verbindlichen Fertigstellungstermin, idealerweise mit Vertragsstrafe.
  • Mängel bei der Abnahme: Lass Sonder- und Gemeinschaftseigentum durch einen Sachverständigen abnehmen.
  • Höhere Grunderwerbsteuer: Sie fällt auf den gesamten Kaufpreis an.

Unser Tipp
Bei Bauträgerfinanzierungen ist die bereitstellungszinsfreie Zeit entscheidend. Weil die Raten über ein bis zwei Jahre abgerufen werden, sollte die Bank dir ausreichend lange Zeit ohne Bereitstellungszinsen geben. Diese Details verhandeln wir für dich mit.

Finanzierung beim Bauträgerkauf

Die Bank zahlt dein Darlehen in Teilbeträgen aus – immer dann, wenn der Bauträger eine Rate nach Baufortschritt anfordert. Häufig wird zuerst dein Eigenkapital eingesetzt, danach das Darlehen. Während der Bauphase zahlst du nur Zinsen auf die bereits ausgezahlten Beträge, die volle Rate startet meist erst nach vollständiger Auszahlung. Plane zudem ein, dass in dieser Zeit noch deine Miete weiterläuft.

Woran erkennst du einen seriösen Bauträger?

Frag nach Referenzobjekten und sprich, wenn möglich, mit Käufern früherer Projekte. Ein Blick auf die Unternehmenshistorie, die Bonität und die Qualität der Baubeschreibung gibt weitere Hinweise. Seriöse Bauträger drängen nicht zur Unterschrift, stellen den Vertragsentwurf rechtzeitig zur Verfügung und haben nichts gegen eine Prüfung durch Sachverständige. Vorsicht bei Vorauszahlungen, die nicht dem MaBV-Zahlungsplan entsprechen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bauträger verkaufen Grundstück und Neubau aus einer Hand.
  • Bezahlt wird in Raten nach Baufortschritt gemäß MaBV.
  • Baubeschreibung, Fertigstellungstermin und Abnahme sind die kritischen Punkte.
  • Auf lange bereitstellungszinsfreie Zeit bei der Finanzierung achten.

Häufige Fragen: Bauträger

Was ist der Unterschied zwischen Bauträger und Generalunternehmer?

Der Bauträger baut auf seinem eigenen Grundstück und verkauft dir Grundstück und Haus zusammen. Ein Generalunternehmer baut auf deinem Grundstück in deinem Auftrag – dann bist du selbst Bauherr.

Was passiert, wenn der Bauträger insolvent wird?

Dann drohen Bauverzögerungen und Mehrkosten. Geschützt bist du durch die Auflassungsvormerkung und die Zahlung nach Baufortschritt. Zusätzlich muss der Bauträger bei Vertragsschluss eine Sicherheit von 5 % für die rechtzeitige und mangelfreie Fertigstellung stellen.

Muss ich beim Bauträgerkauf Grunderwerbsteuer auf das Haus zahlen?

Ja. Da du Grundstück und Gebäude zusammen kaufst, wird die Grunderwerbsteuer auf den Gesamtpreis berechnet.

Kann ich beim Bauträger Sonderwünsche umsetzen?

Meist ja, wenn sie rechtzeitig vor dem jeweiligen Bauabschnitt beauftragt werden. Die Kosten sollten schriftlich vereinbart werden, und größere Sonderwünsche solltest du in der Finanzierung berücksichtigen.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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