Finanzierung & Darlehen

Sondertilgung

Auch: Sondertilgungsrecht, Sonderzahlung

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche Rückzahlung neben der regulären Rate, zum Beispiel aus einer Prämie, einer Steuererstattung oder einer Erbschaft. Viele Banken erlauben 5 bis 10 % der Darlehenssumme pro Jahr kostenfrei. Das verkürzt die Laufzeit und spart Zinsen.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist eine Sondertilgung?
  2. Warum lohnen sich Sondertilgungen?
  3. Beispiel
  4. Wann lohnt sich eine Sondertilgung besonders?
  5. Worauf du beim Abschluss achten solltest
  6. Sondertilgung oder anlegen?
  7. Sondertilgung bei KfW-Krediten
  8. Das Wichtigste auf einen Blick
  9. Häufige Fragen

Was ist eine Sondertilgung?

Neben deiner regulären monatlichen Rate kannst du dein Darlehen durch zusätzliche Zahlungen schneller zurückzahlen. Diese außerplanmäßigen Zahlungen heißen Sondertilgungen. Sie fließen komplett in die Tilgung und senken deine Restschuld sofort.

Während der Zinsbindung sind Sondertilgungen nur möglich, wenn sie im Darlehensvertrag vereinbart sind. Ohne Vereinbarung würde die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Warum lohnen sich Sondertilgungen?

  • Zinsersparnis: Jeder getilgte Euro muss nicht mehr verzinst werden.
  • Kürzere Laufzeit: Du bist früher schuldenfrei.
  • Geringere Restschuld: Das senkt das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung.
  • Flexibilität: Du entscheidest selbst, wann und wie viel du zusätzlich zahlst.

Beispiel

300.000 Euro Darlehen, Beispielzins 3,5 %, 2 % Anfangstilgung, zehn Jahre Zinsbindung:

Variante Restschuld nach 10 Jahren
ohne Sondertilgung ca. 228.000 €
mit 3.000 € Sondertilgung pro Jahr ca. 193.000 €
mit 6.000 € Sondertilgung pro Jahr ca. 158.000 €

Mit 3.000 Euro im Jahr sinkt die Restschuld um rund 35.000 Euro – obwohl du nur 30.000 Euro zusätzlich eingezahlt hast. Der Rest ist eingesparter Zins.

Wann lohnt sich eine Sondertilgung besonders?

  • Frühzeitig: Je früher du tilgst, desto länger sparst du Zinsen.
  • Bei hohem Zins: Die Ersparnis ist umso größer, je höher dein Darlehenszins im Vergleich zur Rendite anderer Anlagen ist.
  • Nach Bildung einer Reserve: Tilge nicht dein letztes Geld – eine Notreserve sollte immer bleiben.

Worauf du beim Abschluss achten solltest

  1. Sondertilgungsrecht vereinbaren: Mindestens 5 % pro Jahr, idealerweise kostenlos.
  2. Flexibilität prüfen: Gilt das Recht pro Kalenderjahr oder pro Darlehensjahr? Ist ein Mindestbetrag vorgesehen?
  3. Förderkredite beachten: KfW-Kredite erlauben oft kostenlose Sondertilgungen in unbegrenzter Höhe.
  4. Zuschüsse einplanen: Förderzuschüsse, die nach einer Sanierung fließen, lassen sich ideal als Sondertilgung einsetzen.

Unser Tipp
Ein Sondertilgungsrecht ist wie eine Versicherung für deine Flexibilität. Auch wenn du heute nicht weißt, ob du es nutzen wirst – später bist du vielleicht froh darum. Wir achten beim Bankvergleich darauf, dass du dieses Recht zu guten Konditionen bekommst.

Sondertilgung oder anlegen?

Ob sich eine Sondertilgung lohnt, hängt vom Vergleich ab: Dein Darlehenszins ist die sichere „Rendite“ einer Sondertilgung. Kannst du das Geld sicher zu einem höheren Zins anlegen, kann das Anlegen besser sein – bei vergleichbarem Risiko ist das aber selten. Beachte außerdem, dass Zinserträge versteuert werden, eine Zinsersparnis nicht. Wichtig bleibt: Behalte immer eine ausreichende Liquiditätsreserve, denn getilgtes Geld bekommst du nicht einfach zurück.

Sondertilgung bei KfW-Krediten

Viele KfW-Kredite erlauben während der Zinsbindung kostenlose Sondertilgungen in beliebiger Höhe. Hast du mehrere Darlehen, lohnt es sich oft, zuerst das teuerste zu tilgen.

faq:
F: Wann im Jahr sollte ich sondertilgen?
A: Möglichst früh, denn je früher die Restschuld sinkt, desto mehr Zinsen sparst du. Das jährliche Sondertilgungsrecht gilt meist pro Kalender- oder Darlehensjahr.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sondertilgungen sind zusätzliche Rückzahlungen neben der Rate.
  • Sie senken Restschuld, Zinsen und Laufzeit.
  • 5 % pro Jahr kostenlos sind bei vielen Banken Standard.
  • Nicht genutzte Rechte verfallen meist zum Jahresende.

Häufige Fragen: Sondertilgung

Kostet ein Sondertilgungsrecht Aufpreis?

Bei vielen Banken ist ein Sondertilgungsrecht von 5 % pro Jahr kostenlos enthalten. Höhere Sondertilgungsrechte können einen kleinen Zinsaufschlag kosten.

Verfällt ein nicht genutztes Sondertilgungsrecht?

Meist ja. Nicht genutzte Beträge können in der Regel nicht ins nächste Jahr übertragen werden. Das regelt der Darlehensvertrag.

Sinkt durch eine Sondertilgung meine Rate?

In der Regel nicht. Die Rate bleibt gleich, aber die Laufzeit verkürzt sich und die Restschuld sinkt. Manche Banken bieten auf Wunsch eine Ratenanpassung an.

Kann ich Sondertilgungen auch in kleinen Beträgen leisten?

Das hängt vom Vertrag ab. Manche Banken verlangen Mindestbeträge, etwa 1.000 Euro pro Sondertilgung.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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