Finanzierung & Darlehen

Tilgungssatzwechsel

Auch: Tilgungswechsel, Ratenwechsel, Ratenpause

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Mit einem Tilgungssatzwechsel kannst du deine Tilgungshöhe während der Zinsbindung anpassen – etwa höher, wenn dein Einkommen steigt, oder niedriger in einer Elternzeit. Viele Banken erlauben das ein- oder mehrmals kostenfrei, wenn es im Vertrag vereinbart ist.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist ein Tilgungssatzwechsel?
  2. Wann ist ein Tilgungssatzwechsel sinnvoll?
  3. Beispiel
  4. Worauf du beim Vertragsabschluss achten solltest
  5. Tilgungssatzwechsel vs. Sondertilgung
  6. Was passiert mit der Restschuld?
  7. Tilgungssatzwechsel bei der Anschlussfinanzierung
  8. Das Wichtigste auf einen Blick
  9. Häufige Fragen

Was ist ein Tilgungssatzwechsel?

Beim Abschluss einer Baufinanzierung legst du eine Anfangstilgung fest, zum Beispiel 2 %. Daraus ergibt sich deine monatliche Rate. Doch das Leben verläuft selten nach Plan: Das Einkommen steigt, Kinder kommen, jemand reduziert auf Teilzeit, eine größere Anschaffung steht an. Mit einem Tilgungssatzwechsel kannst du die Tilgung und damit die Rate an solche Veränderungen anpassen – ohne das Darlehen neu abschließen zu müssen.

Voraussetzung ist, dass dieses Recht im Darlehensvertrag vereinbart ist. Ohne Vereinbarung bleibt die Rate bis zum Ende der Zinsbindung fix.

Wann ist ein Tilgungssatzwechsel sinnvoll?

Tilgung erhöhen:

  • nach einer Gehaltserhöhung oder Beförderung
  • wenn ein Partner nach der Elternzeit wieder voll arbeitet
  • wenn ein Autokredit oder ein anderer Kredit ausläuft
  • wenn du schneller schuldenfrei sein möchtest

Tilgung senken:

  • bei Elternzeit oder Teilzeit
  • bei vorübergehend geringerem Einkommen, etwa Kurzarbeit
  • wenn eine größere Investition, zum Beispiel eine Modernisierung, ansteht
  • in einer Übergangsphase mit doppelter Belastung

Beispiel

Familie S. hat 300.000 Euro zu beispielhaft 3,5 % mit 2,5 % Tilgung finanziert – Rate 1.500 Euro. Während der Elternzeit wird die Tilgung für zwei Jahre auf 1,5 % gesenkt: Die Rate sinkt auf rund 1.250 Euro. Danach erhöht die Familie auf 3 %, weil beide wieder voll arbeiten. Die Rate steigt entsprechend – und die Familie holt die geringere Tilgung der Elternzeit wieder auf.

Worauf du beim Vertragsabschluss achten solltest

  • Anzahl der Wechsel: Wie oft ist ein Wechsel kostenlos möglich?
  • Spanne: Zwischen welchen Tilgungssätzen kannst du wählen?
  • Zeitpunkt: Ist der Wechsel jederzeit möglich oder nur zu bestimmten Terminen?
  • Kosten: Fallen Gebühren oder Zinsaufschläge an?
  • Zinsbindung: Eine niedrigere Tilgung erhöht die Restschuld am Ende der Zinsbindung.

Tilgungssatzwechsel vs. Sondertilgung

Tilgungssatzwechsel Sondertilgung
Art dauerhafte Änderung der Rate einmalige Zusatzzahlung
Richtung höher oder niedriger nur zusätzliche Tilgung
Geeignet für veränderte Einkommenslage Bonuszahlungen, Erbschaften

Beide Optionen ergänzen sich ideal und machen deine Finanzierung flexibel.

Unser Tipp
Flexibilität kostet oft wenig, bringt aber viel Sicherheit. Beim Vergleich der Banken achten wir darauf, dass mindestens ein kostenloser Tilgungssatzwechsel und ein Sondertilgungsrecht enthalten sind. So passt deine Finanzierung auch dann noch, wenn sich dein Leben verändert.

Was passiert mit der Restschuld?

Senkst du die Tilgung, bleibt am Ende der Zinsbindung mehr Restschuld übrig – das erhöht das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung. Erhöhst du die Tilgung, sinkt die Restschuld entsprechend. Lass dir deshalb bei jedem Wechsel einen neuen Tilgungsplan geben.

Tilgungssatzwechsel bei der Anschlussfinanzierung

Zum Ende der Zinsbindung kannst du die Tilgung ohnehin frei neu festlegen. Ein vertraglicher Tilgungssatzwechsel ist vor allem während der Zinsbindung wertvoll.

faq:
F: Kann ich die Tilgung auf null setzen?
A: In der Regel nicht. Banken legen eine Mindesttilgung fest. Eine vorübergehende Tilgungsaussetzung muss gesondert vereinbart werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mit einem Tilgungssatzwechsel änderst du die Rate während der Zinsbindung.
  • Er muss im Darlehensvertrag vereinbart sein.
  • Ideal bei Einkommensveränderungen wie Elternzeit oder Gehaltserhöhung.
  • Eine niedrigere Tilgung erhöht die Restschuld.

Häufige Fragen: Tilgungssatzwechsel

Wie oft kann ich den Tilgungssatz wechseln?

Das hängt von der Bank ab. Üblich sind ein bis drei kostenlose Wechsel während der Zinsbindung. Manche Banken erlauben mehr, teils gegen Gebühr.

In welchem Rahmen kann ich die Tilgung ändern?

Meist innerhalb einer Spanne, zum Beispiel zwischen 1 und 10 % Tilgung. Die Mindesttilgung legt die Bank fest.

Was ist der Unterschied zur Sondertilgung?

Eine Sondertilgung ist eine einmalige Zusatzzahlung. Ein Tilgungssatzwechsel ändert dauerhaft die Höhe deiner monatlichen Rate.

Kostet ein Tilgungssatzwechsel Gebühren?

Die ersten vereinbarten Wechsel sind meist kostenlos. Weitere Wechsel können eine Bearbeitungsgebühr kosten.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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