Finanzierung & Darlehen

Objektunterlagen

Auch: Immobilienunterlagen, Objektdokumente

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Objektunterlagen sind alle Dokumente zur Immobilie, die die Bank für die Finanzierung braucht – etwa Exposé, Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Grundrisse, Fotos und bei Wohnungen die Teilungserklärung. Vollständige Unterlagen beschleunigen die Zusage deutlich.

Inhalt dieses Artikels
  1. Warum braucht die Bank Objektunterlagen?
  2. Checkliste: Unterlagen für jede Immobilie
  3. Zusätzlich bei Eigentumswohnungen
  4. Zusätzlich beim Neubau
  5. Zusätzlich bei vermieteten Immobilien
  6. Zusätzlich bei Erbbaurechten
  7. Digitale Unterlagen richtig vorbereiten
  8. Welche Unterlagen fehlen am häufigsten?
  9. Wenn Unterlagen nicht zu bekommen sind
  10. Das Wichtigste auf einen Blick
  11. Häufige Fragen

Warum braucht die Bank Objektunterlagen?

Bei einer Baufinanzierung prüft die Bank nicht nur dich, sondern auch die Immobilie. Sie dient als Sicherheit und muss bewertet werden. Dafür braucht die Bank ein vollständiges Bild: Wo liegt die Immobilie, wie groß ist sie, in welchem Zustand ist sie, welche Rechte und Lasten bestehen?

Je vollständiger die Unterlagen, desto schneller und genauer die Bewertung – und desto schneller die Kreditzusage.

Checkliste: Unterlagen für jede Immobilie

  • Exposé mit Beschreibung und Kaufpreis
  • Aktueller Grundbuchauszug
  • Flurkarte (Auszug aus dem Liegenschaftskataster)
  • Wohnflächenberechnung
  • Grundrisse aller Geschosse, Schnitte und Ansichten
  • Fotos innen und außen
  • Baubeschreibung oder Angaben zu Bauweise, Baujahr und Ausstattung
  • Energieausweis
  • Aufstellung von Modernisierungen mit Jahr und Kosten
  • Kaufvertragsentwurf (sobald vorhanden)

Zusätzlich bei Eigentumswohnungen

  • Teilungserklärung mit Aufteilungsplan
  • Wirtschaftsplan und letzte Jahresabrechnungen
  • Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen
  • Angaben zur Erhaltungsrücklage

Zusätzlich beim Neubau

  • Baugenehmigung bzw. Genehmigungsfreistellung
  • Bauzeichnungen und Lageplan
  • Baubeschreibung und Bauvertrag bzw. Bauträgervertrag
  • Kostenaufstellung (inkl. Nebenkosten und Außenanlagen)
  • Zahlungsplan
  • Grundstückskaufvertrag

Zusätzlich bei vermieteten Immobilien

  • Mieterliste mit Flächen, Mieten und Mietbeginn
  • Mietverträge
  • Nachweise der Mieteingänge
  • Aufstellung der Bewirtschaftungskosten

Zusätzlich bei Erbbaurechten

  • Erbbaurechtsvertrag
  • Zustimmung des Grundstückseigentümers zur Belastung

Unser Tipp
Bitte den Makler oder Verkäufer möglichst früh um alle Unterlagen und schick sie uns gesammelt – gern auch digital. Wir prüfen die Vollständigkeit, bevor wir die Anfrage an die Bank geben. So vermeiden wir Rückfragen und du bekommst schneller eine verlässliche Zusage.

Digitale Unterlagen richtig vorbereiten

Die meisten Banken und Vermittler arbeiten heute digital. Hilfreich ist, wenn du die Unterlagen als gut lesbare PDF-Dateien bereitstellst – idealerweise eine Datei pro Dokument mit eindeutigem Namen, etwa „Grundbuchauszug_2026.pdf“ oder „Wohnflaechenberechnung.pdf“. Fotos vom Handy sind für Grundrisse oft zu unscharf; ein Scan oder die Originaldatei vom Makler ist besser. Je sauberer die Unterlagen, desto schneller prüft die Bank.

Welche Unterlagen fehlen am häufigsten?

Erfahrungsgemäß fehlen am häufigsten die Wohnflächenberechnung, aktuelle Fotos der Innenräume, eine Aufstellung der Modernisierungen und bei Wohnungen die Protokolle der Eigentümerversammlungen. Frag den Makler oder Verkäufer gezielt danach – er hat sie oft, gibt sie aber nicht von sich aus heraus.

Wenn Unterlagen nicht zu bekommen sind

Manchmal existieren alte Pläne oder Berechnungen nicht mehr. Dann kann ein Architekt ein Aufmaß erstellen, oder die Bauakte beim Bauamt hilft weiter. Die Kosten sind überschaubar und die Investition lohnt sich – ohne Unterlagen bewertet die Bank vorsichtiger.

faq:
F: Wer erstellt eine Wohnflächenberechnung, wenn keine vorhanden ist?
A: Ein Architekt, Bauingenieur oder Vermesser kann die Wohnfläche aufmessen und nach der Wohnflächenverordnung berechnen. Die Kosten richten sich nach Größe und Aufwand.
F: Braucht die Bank Originale?
A: Meist reichen Kopien oder digitale Dateien. Originale werden in der Regel nicht benötigt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Objektunterlagen braucht die Bank, um die Immobilie zu bewerten.
  • Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung und Grundrisse sind Pflicht.
  • Bei Wohnungen, Neubauten und Kapitalanlagen kommen weitere Unterlagen hinzu.
  • Vollständige Unterlagen beschleunigen die Kreditzusage.

Häufige Fragen: Objektunterlagen

Woher bekomme ich die Objektunterlagen?

Die meisten vom Verkäufer oder Makler. Grundbuchauszug und Flurkarte können auch beim Grundbuch- bzw. Katasteramt angefordert werden, meist mit Vollmacht des Eigentümers.

Wie aktuell müssen die Unterlagen sein?

Grundbuchauszug und Flurkarte sollten möglichst aktuell sein. Bei Plänen und Berechnungen zählt, dass sie dem heutigen Zustand entsprechen.

Was passiert, wenn Unterlagen fehlen?

Die Bank kann die Immobilie nicht vollständig bewerten, und die Zusage verzögert sich. In manchen Fällen lassen sich fehlende Pläne oder Berechnungen durch einen Architekten nachträglich erstellen.

Wie alt dürfen Fotos der Immobilie sein?

Sie sollten den aktuellen Zustand zeigen. Ältere Exposéfotos sind problematisch, wenn sich seitdem etwas verändert hat.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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