Kurz erklärt
Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir heute schon den Zins für deine Anschlussfinanzierung, die erst in bis zu fünf Jahren beginnt. Dafür zahlst du einen Zinsaufschlag, der mit der Vorlaufzeit steigt. Sinnvoll ist das vor allem, wenn du mit steigenden Zinsen rechnest und Planungssicherheit willst.
Inhalt dieses Artikels
Was ist ein Forward-Darlehen?
Ein Forward-Darlehen ist ein Annuitätendarlehen mit aufgeschobener Auszahlung. Du schließt es heute ab, der Zins wird heute festgelegt – ausgezahlt wird das Geld aber erst in der Zukunft, nämlich zum Ende deiner aktuellen Zinsbindung. Dann löst es dein bisheriges Darlehen ab.
Die Vorlaufzeit kann bis zu 60 Monate, also fünf Jahre, betragen – bei manchen Banken auch mehr. Innerhalb der letzten zwölf Monate vor Zinsbindungsende sprechen viele Banken nicht mehr von einem Forward-Darlehen, weil sie diesen Zeitraum ohne oder mit geringem Aufschlag anbieten.
Wie funktioniert es?
- Deine Zinsbindung endet zum Beispiel in drei Jahren.
- Du schließt heute ein Forward-Darlehen über die voraussichtliche Restschuld ab.
- Der Zins setzt sich zusammen aus dem heutigen Marktzins plus einem Forward-Aufschlag (Forward-Prämie).
- In drei Jahren wird das Forward-Darlehen ausgezahlt und löst dein altes Darlehen ab.
- Ab dann zahlst du die neue Rate zum vereinbarten Zins.
Warum gibt es einen Aufschlag?
Die Bank muss sich heute das Geld für einen Kredit beschaffen, der erst in Jahren ausgezahlt wird. Das kostet sie Geld – dieses Risiko und diese Kosten gibt sie über den Aufschlag weiter. Je länger die Vorlaufzeit, desto höher der Aufschlag.
Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?
Es lohnt sich eher, wenn …
- du mit steigenden Zinsen rechnest
- deine Restschuld hoch ist und schon kleine Zinsänderungen deine Rate stark beeinflussen würden
- du Planungssicherheit brauchst, weil dein Budget wenig Spielraum hat
- das aktuelle Zinsniveau im langfristigen Vergleich attraktiv erscheint
Es lohnt sich eher nicht, wenn …
- du mit sinkenden oder stabilen Zinsen rechnest
- deine Restschuld klein ist
- du Flexibilität für einen Verkauf oder eine größere Sondertilgung brauchst
Letztlich ist ein Forward-Darlehen wie eine Versicherung gegen steigende Zinsen: Du zahlst eine Prämie für Sicherheit.
Rechenbeispiel
Restschuld in drei Jahren: 200.000 Euro. Heutiger Zins für zehn Jahre: beispielhaft 3,5 %. Forward-Aufschlag für drei Jahre Vorlauf: 0,4 Prozentpunkte. Dein Forward-Zins: 3,9 %.
- Liegt der Marktzins in drei Jahren bei 4,5 %, hast du dir 0,6 Prozentpunkte gesichert – das sind rund 1.200 Euro Zinsen im ersten Jahr.
- Liegt er bei 3,0 %, zahlst du 0,9 Prozentpunkte mehr als nötig.
Unser Tipp
Ein Forward-Darlehen ist eine Abwägung, keine Wette. Wir vergleichen für dich die Aufschläge vieler Banken, stellen Alternativen wie einen Bausparvertrag gegenüber und rechnen Szenarien durch. Ideal ist es, sich drei bis fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung das erste Mal damit zu beschäftigen.
Forward-Darlehen oder Bausparvertrag?
Beide dienen der Zinssicherung. Das Forward-Darlehen ist einfacher und kostet nur einen Aufschlag, der Bausparvertrag erfordert Sparraten und eine Abschlussgebühr. Welche Lösung günstiger ist, hängt vom Zinsniveau und der Vorlaufzeit ab.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Zinssicherung für die Anschlussfinanzierung bis zu fünf Jahre im Voraus.
- Kosten: ein Forward-Aufschlag, der mit der Vorlaufzeit steigt.
- Schützt vor steigenden Zinsen, verhindert aber die Teilnahme an sinkenden.
- Verbindlich: Bei Nichtabnahme droht eine Entschädigung.
Häufige Fragen: Forward-Darlehen
Wie hoch ist der Forward-Aufschlag?
Er hängt von der Vorlaufzeit und dem Zinsumfeld ab. Pro Monat Vorlaufzeit berechnen Banken oft einen kleinen Aufschlag, sodass bei mehreren Jahren Vorlauf einige Zehntelprozentpunkte zusammenkommen können.
Muss ich das Forward-Darlehen abnehmen, wenn die Zinsen fallen?
Ja. Das Forward-Darlehen ist verbindlich. Bei Nichtabnahme verlangt die Bank eine Entschädigung. Genau das ist das Risiko: Fallen die Zinsen, profitierst du nicht.
Kann ich ein Forward-Darlehen bei einer anderen Bank abschließen?
Ja, das ist sogar häufig sinnvoll. Die neue Bank löst zum Ende der Zinsbindung dein altes Darlehen ab – ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Kann ich ein Forward-Darlehen mit meiner bisherigen Bank abschließen?
Ja, viele Banken bieten ihren Kunden Forward-Darlehen an. Ein Vergleich mit anderen Anbietern lohnt sich trotzdem.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.
