Finanzierung & Darlehen

Zwischenfinanzierung

Auch: Überbrückungskredit, Brückenfinanzierung, Vorfinanzierung

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Eine Zwischenfinanzierung überbrückt einen kurzen Zeitraum, bis erwartetes Geld verfügbar ist – etwa aus dem Verkauf deiner bisherigen Immobilie, aus einem zuteilungsreifen Bausparvertrag oder aus einem Förderzuschuss. Sie ist meist variabel verzinst und flexibel rückzahlbar.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist eine Zwischenfinanzierung?
  2. Typische Anwendungsfälle
  3. Wie funktioniert sie?
  4. Worauf du achten solltest
  5. Beispiel
  6. Alternativen zur Zwischenfinanzierung
  7. Das Wichtigste auf einen Blick
  8. Häufige Fragen

Was ist eine Zwischenfinanzierung?

Manchmal passt das Timing beim Immobilienkauf nicht: Die neue Immobilie muss bezahlt werden, bevor das Geld aus einer anderen Quelle verfügbar ist. Eine Zwischenfinanzierung schließt diese Lücke für einen begrenzten Zeitraum. Sie ist ein kurzfristiger Kredit, der mit dem erwarteten Geldeingang zurückgezahlt wird.

Typische Anwendungsfälle

1. Verkauf der bisherigen Immobilie
Du hast dein neues Zuhause gefunden, dein altes Haus ist aber noch nicht verkauft. Die Zwischenfinanzierung deckt den Teil des Kaufpreises, der später aus dem Verkaufserlös kommen soll.

2. Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif
Das Bausparguthaben und das Bauspardarlehen stehen erst in einigen Monaten zur Verfügung.

3. Förderzuschüsse
Zuschüsse für Sanierungen werden erst nach Abschluss der Maßnahme ausgezahlt – bis dahin wird vorfinanziert.

4. Erbschaft oder Auszahlung einer Versicherung
Ein erwarteter größerer Betrag steht erst später zur Verfügung.

Wie funktioniert sie?

  • Laufzeit: kurz, meist bis zu 24 Monate
  • Zins: häufig variabel oder mit kurzer Festschreibung
  • Tilgung: meist keine laufende Tilgung, Rückzahlung in einer Summe
  • Sicherheit: in der Regel eine Grundschuld, oft auf der alten und/oder der neuen Immobilie
  • Rückzahlung: jederzeit oder mit kurzer Frist möglich, ohne Vorfälligkeitsentschädigung

Worauf du achten solltest

  • Realistische Verkaufsplanung: Wie lange dauert der Verkauf wirklich, und welcher Preis ist realistisch? Zu optimistische Annahmen sind das größte Risiko.
  • Doppelbelastung: Während der Zwischenfinanzierung zahlst du eventuell Zinsen für zwei Immobilien.
  • Puffer: Plane einen Sicherheitsabstand beim erwarteten Verkaufserlös ein.
  • Alternativen: Manchmal ist ein Verkauf vor dem Kauf oder ein Kauf mit Verkaufsvorbehalt besser.
  • Gesamtkonzept: Die Zwischenfinanzierung sollte sauber in die langfristige Finanzierung der neuen Immobilie eingebunden sein.

Beispiel

Familie H. kauft ein Einfamilienhaus für 480.000 Euro; mit Nebenkosten braucht sie rund 530.000 Euro. Ihre Eigentumswohnung soll für rund 250.000 Euro verkauft werden, auf ihr lastet noch ein Darlehen von 80.000 Euro. Die Familie setzt 60.000 Euro Eigenkapital ein und finanziert den Rest mit einem langfristigen Darlehen über 300.000 Euro plus einer Zwischenfinanzierung über 170.000 Euro. Nach dem Verkauf der Wohnung wird das alte Darlehen abgelöst und die Zwischenfinanzierung aus dem Resterlös vollständig zurückgezahlt.

Unser Tipp
Wer kauft, bevor er verkauft, braucht einen Plan B. Wir rechnen mit dir durch, wie lange du eine Doppelbelastung tragen könntest und was passiert, wenn der Verkauf länger dauert oder weniger bringt. So wird aus dem Traumhaus kein Albtraum.

Alternativen zur Zwischenfinanzierung

Nicht immer ist eine Zwischenfinanzierung nötig. Alternativen sind ein Verkauf vor dem Kauf (eventuell mit späterem Auszug), ein Kaufvertrag mit Rücktrittsrecht für den Fall, dass der Verkauf scheitert, oder eine gemeinsame Finanzierung beider Immobilien, bis die alte verkauft ist.

faq:
F: Was passiert, wenn der Verkauf scheitert?
A: Dann muss die Zwischenfinanzierung in eine langfristige Finanzierung umgewandelt werden – sofern die Bonität das trägt. Deshalb ist eine vorsichtige Planung so wichtig.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Zwischenfinanzierung überbrückt die Zeit bis zu einem erwarteten Geldeingang.
  • Typisch beim Kauf vor Verkauf der alten Immobilie.
  • Kurze Laufzeit, flexibel rückzahlbar, meist variabel verzinst.
  • Realistische Verkaufsplanung und Puffer sind entscheidend.

Häufige Fragen: Zwischenfinanzierung

Wie lange läuft eine Zwischenfinanzierung?

Meist wenige Monate bis etwa zwei Jahre. Sie ist bewusst kurz angelegt und wird mit dem erwarteten Geldeingang abgelöst.

Ist eine Zwischenfinanzierung teuer?

Der Zins ist oft höher als bei einem langfristigen Festzinsdarlehen. Dafür ist sie flexibel und kann ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden.

Was passiert, wenn der Verkauf länger dauert?

Dann musst du die Zwischenfinanzierung verlängern oder umfinanzieren. Deshalb sind eine realistische Verkaufsplanung und ein Puffer wichtig.

Brauche ich für eine Zwischenfinanzierung eine Grundschuld?

In der Regel ja, meist auf der alten oder neuen Immobilie. Das hält die Zinsen niedriger als bei einem ungesicherten Kredit.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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