Finanzierung & Darlehen

Variables Darlehen

Auch: variabler Kredit, Euribor-Darlehen

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Beim variablen Darlehen ist der Zins nicht festgeschrieben, sondern passt sich regelmäßig dem Marktzins an – meist orientiert am Euribor. Du kannst es in der Regel jederzeit mit drei Monaten Frist kündigen, trägst aber das volle Zinsänderungsrisiko.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist ein variables Darlehen?
  2. Vorteile
  3. Nachteile
  4. Für wen eignet sich ein variables Darlehen?
  5. Absicherung gegen steigende Zinsen
  6. Variables Darlehen als Übergangslösung
  7. Wie hoch kann die Rate steigen?
  8. Umwandlung in Festzins
  9. Das Wichtigste auf einen Blick
  10. Häufige Fragen

Was ist ein variables Darlehen?

Bei einem variablen Darlehen gibt es keine feste Zinsbindung. Der Zinssatz wird regelmäßig angepasst – meist alle drei Monate. Grundlage ist ein Referenzzins wie der Euribor (Euro Interbank Offered Rate), auf den die Bank einen festen Aufschlag berechnet.

Steigt der Referenzzins, steigt dein Zins. Sinkt er, sinkt dein Zins. Deine Rate kann sich also regelmäßig ändern.

Vorteile

  • Flexibilität: Du kannst das Darlehen nach § 489 Abs. 2 BGB jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
  • Sondertilgungen: In beliebiger Höhe möglich.
  • Chance auf sinkende Zinsen: Fallen die Marktzinsen, profitierst du direkt.
  • Umwandlung möglich: Oft kann das Darlehen später in ein Festzinsdarlehen umgewandelt werden.

Nachteile

  • Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen stark, steigt auch deine Rate – manchmal deutlich.
  • Keine Planungssicherheit: Die monatliche Belastung ist nicht vorhersehbar.
  • Oft höherer Aufschlag: Die Bank lässt sich die Flexibilität bezahlen.
  • Weniger Angebote: Nicht alle Banken bieten variable Baufinanzierungen an.

Für wen eignet sich ein variables Darlehen?

  • Zwischenfinanzierungen: Wenn du zum Beispiel dein altes Haus noch verkaufen musst und den Erlös zur Tilgung einsetzen willst.
  • Erwartete Sondertilgungen: Wenn eine Erbschaft, eine Abfindung oder ein anderer größerer Betrag absehbar ist.
  • Abwarten auf bessere Konditionen: Wer mit sinkenden Zinsen rechnet und das Risiko tragen kann.
  • Teilfinanzierung: Ein kleiner variabler Baustein in Kombination mit einem großen Festzinsdarlehen.

Für die Hauptfinanzierung eines Eigenheims mit knappem Budget ist ein variables Darlehen meist nicht geeignet.

Absicherung gegen steigende Zinsen

Wer die Flexibilität eines variablen Darlehens nutzen, sich aber gegen extreme Zinsanstiege absichern will, kann ein Cap-Darlehen wählen. Hier gibt es eine vertraglich festgelegte Zinsobergrenze – gegen einen Aufschlag.

Unser Tipp
Ein variables Darlehen ist ein Spezialwerkzeug, keine Standardlösung. Wir nutzen es gezielt, wenn Flexibilität wichtiger ist als Planbarkeit – etwa bei einer Zwischenfinanzierung – und kombinieren es sonst mit einem Festzinsdarlehen, damit dein Risiko überschaubar bleibt.

Variables Darlehen als Übergangslösung

Ein typischer Einsatz: Du kaufst ein neues Haus, bevor das alte verkauft ist. Den Teil des Kaufpreises, der später aus dem Verkaufserlös kommen soll, finanzierst du variabel. Sobald das alte Haus verkauft ist, tilgst du das variable Darlehen ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Der Rest läuft über ein Festzinsdarlehen weiter. So vermeidest du hohe Kosten für eine Zwischenfinanzierung mit fester Laufzeit.

Wie hoch kann die Rate steigen?

Rechne vor Abschluss eines variablen Darlehens durch, wie sich die Rate bei einem Zinsanstieg von zwei oder drei Prozentpunkten entwickeln würde. Wenn dich diese Rate überfordern würde, ist ein variables Darlehen für den betreffenden Teil nicht das Richtige.

Umwandlung in Festzins

Die meisten variablen Darlehen lassen sich jederzeit zu den dann aktuellen Konditionen in ein Festzinsdarlehen umwandeln. Das kann sinnvoll sein, wenn die Zinsen niedrig erscheinen oder du Planungssicherheit möchtest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Zins passt sich regelmäßig dem Markt an.
  • Jederzeit mit drei Monaten Frist kündbar, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
  • Volles Zinsänderungsrisiko – die Rate kann steigen.
  • Gut geeignet für Zwischenfinanzierungen und erwartete Sondertilgungen.

Häufige Fragen: Variables Darlehen

Wie oft ändert sich der Zins?

Meist vierteljährlich, orientiert an einem Referenzzins wie dem 3-Monats-Euribor plus einem festen Aufschlag der Bank.

Ist ein variables Darlehen günstiger?

Das hängt vom Zinsumfeld ab. Manchmal ist der variable Zins niedriger als der Festzins, manchmal höher. Entscheidend ist, wie sich die Zinsen während der Laufzeit entwickeln.

Kann ich ein variables Darlehen später in ein Festzinsdarlehen umwandeln?

Häufig ja. Viele Banken bieten eine Umwandlung zu den dann aktuellen Festzinskonditionen an.

Gibt es variable Darlehen auch als Förderkredit?

Klassische Förderkredite haben in der Regel eine feste Zinsbindung. Variable Varianten sind eher bei Banken zu finden.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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