Kurz erklärt
In der Haushaltsrechnung stellt die Bank deine Einnahmen deinen Ausgaben gegenüber – inklusive Lebenshaltungskosten und der neuen Kreditrate. So prüft sie, ob du dir die Finanzierung dauerhaft leisten kannst. Ein ehrlicher Überblick hilft dir selbst am meisten.
Inhalt dieses Artikels
Was ist die Haushaltsrechnung?
Die Haushaltsrechnung ist das Herzstück jeder Kreditprüfung. Die Bank stellt darin alle regelmäßigen Einnahmen deines Haushalts allen regelmäßigen Ausgaben gegenüber – einschließlich der geplanten Rate für die Baufinanzierung. Bleibt am Ende ein ausreichender Überschuss, ist die Finanzierung aus Sicht der Bank tragfähig.
Die Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben: Nach der Wohnimmobilienkreditrichtlinie muss die Bank sorgfältig prüfen, ob du den Kredit dauerhaft zurückzahlen kannst.
So ist die Haushaltsrechnung aufgebaut
Einnahmen:
- Nettoeinkommen aller Darlehensnehmer (bei Selbstständigen der Durchschnitt der letzten Jahre)
- Kindergeld
- Mieteinnahmen (oft nur anteilig)
- Unterhalt, Renten, sonstige regelmäßige Einkünfte
Ausgaben:
- Lebenshaltungskosten (Pauschale oder tatsächlich)
- Bewirtschaftungskosten der neuen Immobilie (Nebenkosten, Hausgeld)
- bestehende Kreditraten, Leasingverträge
- Versicherungen, Sparverträge
- Unterhaltszahlungen
- Kosten für Fahrzeuge
- neue Kreditrate
Ergebnis: Einnahmen minus Ausgaben = monatlicher Überschuss.
Beispiel
Ein Paar mit einem Kind:
| Einnahmen | Ausgaben | ||
|---|---|---|---|
| Netto Person A | 2.900 € | Lebenshaltung (Pauschale) | 1.900 € |
| Netto Person B | 1.700 € | Nebenkosten Haus | 350 € |
| Kindergeld | 259 € | Autos, Versicherungen | 450 € |
| Kreditrate | 1.700 € | ||
| Summe | 4.859 € | Summe | 4.400 € |
Überschuss: 459 Euro. Für viele Banken wäre das tragfähig. Ob es sich für die Familie gut anfühlt, ist eine andere Frage – deshalb lohnt der ehrliche Blick auf die eigenen Ausgaben.
Bankpauschalen vs. dein echtes Leben
Banken arbeiten mit Pauschalen für die Lebenshaltung. Diese sind oft knapp bemessen. Wer gern reist, ein Hobby hat oder einen größeren Freundeskreis pflegt, gibt in der Regel mehr aus. Deshalb solltest du parallel deine eigene Rechnung auf Basis deiner tatsächlichen Kontoauszüge machen. Die Finanzierung muss nicht nur für die Bank passen, sondern vor allem für dich.
Was bei der Planung oft vergessen wird
- Rücklagen für die Immobilie – Reparaturen fallen bei Eigentümern selbst an.
- Elternzeit oder Teilzeit – wenn Familienplanung ansteht.
- Wegfall von Einkommen – etwa befristete Verträge oder Provisionen.
- Steigende Kosten – Energie, Versicherungen, Grundsteuer.
- Zinsbindungsende – was passiert, wenn der Zins in zehn Jahren höher ist?
Unser Tipp
Mach vor dem Beratungsgespräch einen „Kontoauszug-Check“ der letzten drei Monate. Mit diesen Zahlen erstellen wir gemeinsam eine realistische Haushaltsrechnung – und finden eine Rate, bei der du nachts gut schläfst. Das ist uns wichtiger als die maximal mögliche Darlehenssumme.
Haushaltsrechnung für Selbstständige
Bei Selbstständigen und Freiberuflern ist das Einkommen oft schwankend. Banken nehmen deshalb meist den Durchschnitt der letzten zwei bis drei Jahre laut Steuerbescheid und ziehen Steuern und Vorsorgeaufwendungen ab. Ein deutlich steigendes Einkommen im laufenden Jahr wird oft nur teilweise berücksichtigt. Eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung und eine kurze Erläuterung zur Geschäftsentwicklung helfen der Bank, dein Einkommen richtig einzuschätzen.
faq:
F: Rechnet die Bank Rücklagen für die Immobilie ein?
A: Oft über eine Bewirtschaftungspauschale. Eigene Rücklagen solltest du trotzdem zusätzlich einplanen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Haushaltsrechnung vergleicht Einnahmen und Ausgaben inklusive neuer Rate.
- Banken nutzen oft Pauschalen, die knapp bemessen sein können.
- Rechne zusätzlich mit deinen tatsächlichen Ausgaben.
- Plane Puffer für Rücklagen und Lebensveränderungen ein.
Häufige Fragen: Haushaltsrechnung
Welche Lebenshaltungskosten setzen Banken an?
Viele Banken nutzen Pauschalen je Erwachsenem und Kind, die sich je nach Institut unterscheiden. Liegen deine tatsächlichen Ausgaben höher, solltest du diese ansetzen.
Wie viel Überschuss sollte nach der Rate bleiben?
Nach Abzug aller Ausgaben inklusive Rate sollte ein Puffer bleiben – für Rücklagen, Reparaturen und Unvorhergesehenes. Banken erwarten meist einen positiven Überschuss; wie hoch er sein muss, ist unterschiedlich.
Werden Mieteinnahmen voll angerechnet?
Meist nicht. Banken setzen Mieteinnahmen häufig nur zu einem Teil an, um Leerstand und Kosten zu berücksichtigen.
Werden Überstunden und Boni berücksichtigt?
Regelmäßige, nachweisbare Zahlungen oft ja, einmalige oder freiwillige Leistungen häufig nur teilweise oder gar nicht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.
