Kurz erklärt
Der Miteigentumsanteil (MEA) bestimmt, welcher Anteil am Gemeinschaftseigentum zu deiner Eigentumswohnung gehört – meist angegeben in Tausendsteln. Nach ihm richten sich häufig die Kostenverteilung und manchmal auch das Stimmrecht in der Eigentümergemeinschaft.
Inhalt dieses Artikels
Was ist der Miteigentumsanteil?
Wer eine Eigentumswohnung kauft, erwirbt zwei Dinge: das Sondereigentum an der Wohnung und einen Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum. Der Miteigentumsanteil – kurz MEA – beschreibt, welcher Bruchteil des Grundstücks und des Gebäudes dir gemeinsam mit den anderen Eigentümern gehört.
Er wird meist in Tausendsteln angegeben, etwa „85/1.000 Miteigentumsanteil, verbunden mit dem Sondereigentum an der Wohnung Nr. 4“. So steht es auch im Wohnungsgrundbuch.
Wie wird er festgelegt?
Der Miteigentumsanteil wird bei der Aufteilung eines Gebäudes in Wohnungseigentum in der Teilungserklärung festgelegt. Meist orientiert er sich an der Wohnfläche: Eine 100-m²-Wohnung erhält einen doppelt so hohen Anteil wie eine 50-m²-Wohnung. Rechtlich ist das aber nicht zwingend. Manchmal werden auch Lage (Penthouse vs. Erdgeschoss), Ausstattung oder Nutzungsart berücksichtigt.
Wofür ist der Miteigentumsanteil wichtig?
Kostenverteilung
Die Kosten des Gemeinschaftseigentums – etwa für Dachsanierung, Versicherung oder Verwaltung – werden grundsätzlich nach Miteigentumsanteilen verteilt, soweit nichts anderes vereinbart oder beschlossen ist. Ein höherer MEA bedeutet also höhere Kosten.
Erhaltungsrücklage und Sonderumlagen
Auch die Zuführung zur Rücklage und eventuelle Sonderumlagen richten sich häufig nach dem MEA.
Stimmrecht
Je nach Teilungserklärung kann das Stimmrecht nach Köpfen, nach Einheiten oder nach Miteigentumsanteilen bemessen sein.
Grundsteuer und Bewertung
Der Anteil am Grundstück spielt bei der Grundsteuerbewertung und bei der Kaufpreisaufteilung für Vermieter eine Rolle.
Beispiel
Eine Wohnanlage mit 1.000/1.000 Miteigentumsanteilen muss das Dach für 120.000 Euro sanieren. Deine Wohnung hat 85/1.000 MEA.
- Dein Anteil: 120.000 € × 85/1.000 = 10.200 Euro
Ist die Erhaltungsrücklage ausreichend, wird der Betrag daraus bezahlt. Andernfalls droht eine Sonderumlage in dieser Höhe.
Unser Tipp
Vergleiche beim Wohnungskauf deinen Miteigentumsanteil mit der Wohnfläche. Ist er im Verhältnis auffällig hoch, zahlst du dauerhaft mehr Hausgeld als andere. In unserer Finanzierungsplanung berücksichtigen wir das Hausgeld und absehbare Sonderumlagen.
Miteigentumsanteil und Wohnfläche vergleichen
Rechne beim Kauf einer Wohnung kurz nach: Teile die Miteigentumsanteile aller Wohnungen durch die Gesamtwohnfläche und vergleiche mit deiner Wohnung. Weicht dein Anteil deutlich nach oben ab, trägst du überproportional viele Kosten. Das kann Gründe haben, etwa einen großen Gartenanteil, sollte aber bewusst in die Kaufentscheidung einfließen.
Miteigentumsanteil bei Häusern
Auch außerhalb von Wohnanlagen gibt es Miteigentumsanteile, etwa wenn Paare ein Haus gemeinsam kaufen und je zur Hälfte im Grundbuch stehen. Hier bestimmt der Anteil, wem wie viel vom Haus gehört – wichtig bei Trennung oder Erbschaft.
faq:
F: Wie werden Miteigentumsanteile bei neuen Wohnanlagen festgelegt?
A: Der Bauträger legt sie in der Teilungserklärung fest, meist im Verhältnis der Wohnflächen. Manchmal werden auch Lage oder Ausstattung berücksichtigt.
F: Hat der Miteigentumsanteil Einfluss auf die Grundsteuer?
A: Ja. Bei Eigentumswohnungen wird der Grundstücksanteil über den Miteigentumsanteil berücksichtigt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der MEA ist dein Anteil am Gemeinschaftseigentum einer Wohnanlage.
- Er wird in der Teilungserklärung festgelegt, meist in Tausendsteln.
- Nach ihm richten sich häufig Kostenverteilung und Sonderumlagen.
- Er steht im Wohnungsgrundbuch.
Häufige Fragen: Miteigentumsanteil
Wie wird der Miteigentumsanteil festgelegt?
In der Teilungserklärung. Häufig orientiert er sich an der Wohnfläche, zwingend ist das aber nicht. Auch Lage, Ausstattung oder Wert können berücksichtigt werden.
Kann der Miteigentumsanteil geändert werden?
Nur durch Änderung der Teilungserklärung – in der Regel mit Zustimmung aller Betroffenen, notarieller Beurkundung und Eintragung im Grundbuch.
Richtet sich das Stimmrecht nach dem MEA?
Nach dem Gesetz hat jeder Eigentümer eine Stimme. Die Teilungserklärung kann aber ein Stimmrecht nach Miteigentumsanteilen vorsehen.
Wo finde ich meinen Miteigentumsanteil?
Im Bestandsverzeichnis des Wohnungsgrundbuchs und in der Teilungserklärung.
Beeinflusst der MEA den Wert meiner Wohnung?
Indirekt. Ein hoher MEA bedeutet mehr Anteil am Grundstück, aber auch höhere laufende Kosten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.
