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Elementarschadenversicherung

Auch: Elementarversicherung, Naturgefahrenversicherung

3 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Die Elementarschadenversicherung ergänzt die Wohngebäudeversicherung um Naturgefahren wie Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdbeben und Schneedruck. Diese Schäden sind in einer normalen Wohngebäudeversicherung nicht enthalten.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist eine Elementarschadenversicherung?
  2. Welche Gefahren sind versichert?
  3. Warum ist sie so wichtig?
  4. Was kostet sie?
  5. Worauf du achten solltest
  6. Vorbeugen lohnt sich
  7. Beispiel: Was ohne Elementarschutz passiert
  8. Gefährdung der eigenen Adresse prüfen
  9. Das Wichtigste auf einen Blick
  10. Häufige Fragen

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Die normale Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Andere Naturgefahren sind darin nicht enthalten. Dafür gibt es die Elementarschadenversicherung als Zusatzbaustein. Sie wird meist zusammen mit der Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen.

Welche Gefahren sind versichert?

  • Starkregen und Überschwemmung des Grundstücks
  • Hochwasser durch über die Ufer tretende Gewässer
  • Rückstau aus der Kanalisation
  • Erdrutsch und Erdsenkung
  • Erdbeben
  • Schneedruck und Lawinen
  • Vulkanausbruch (in Deutschland eher theoretisch)

Warum ist sie so wichtig?

Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 hat gerade auch in unserer Region gezeigt, wie verheerend Naturereignisse sein können. Eschweiler, Stolberg und viele weitere Orte in der Städteregion Aachen waren schwer betroffen. Viele Eigentümer mussten feststellen, dass ihre Wohngebäudeversicherung für diese Schäden nicht aufkam.

Gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse zu. Sie können überall auftreten, nicht nur in der Nähe von Flüssen. Schon wenige Zentimeter Wasser im Keller verursachen Schäden an Heizung, Elektrik und Bausubstanz, die schnell fünfstellige Beträge erreichen.

Was kostet sie?

Der Beitrag hängt vor allem von der Gefährdungszone ab. Versicherer nutzen dafür ein Zonierungssystem, das die Hochwassergefahr jeder Adresse einschätzt. In den meisten Zonen ist der Schutz vergleichsweise günstig. In besonders gefährdeten Lagen kann er teurer sein oder nur mit höherer Selbstbeteiligung angeboten werden.

Worauf du achten solltest

  • Rückstausicherung: Viele Versicherer verlangen eine funktionsfähige Rückstauklappe.
  • Selbstbeteiligung: Ist sie angemessen?
  • Wartezeit: Oft gibt es eine Wartezeit zu Beginn des Vertrags.
  • Aufräum- und Abbruchkosten: Sind sie mitversichert?
  • Hausrat: Auch Möbel und Einrichtung sollten gegen Elementarschäden geschützt sein – über die Hausratversicherung.

Unser Tipp
Kümmere dich um die Gebäudeversicherung inklusive Elementarschutz direkt nach dem Notartermin. Banken verlangen die Wohngebäudeversicherung als Auszahlungsvoraussetzung – den Elementarbaustein solltest du im eigenen Interesse gleich mit abschließen.

Vorbeugen lohnt sich

Neben der Versicherung hilft Vorsorge: Rückstauklappen, erhöhte Lichtschachtkanten, wasserdichte Kellerfenster und die Lagerung wertvoller Dinge außerhalb des Kellers. Informationen zur Gefährdung deiner Adresse bieten Starkregengefahrenkarten, die viele Kommunen und das Land NRW veröffentlichen.

Beispiel: Was ohne Elementarschutz passiert

Ein Starkregen setzt den Keller eines Einfamilienhauses 40 Zentimeter unter Wasser. Heizung, Elektroverteilung und der ausgebaute Hobbyraum sind beschädigt, der Estrich muss getrocknet werden. Schnell kommen 30.000 Euro und mehr zusammen. Ohne Elementarschadenversicherung zahlt der Eigentümer alles selbst – die Wohngebäudeversicherung greift bei Überschwemmung durch Starkregen nicht. Mit Elementarschutz trägt der Versicherer den Schaden abzüglich der Selbstbeteiligung.

Gefährdung der eigenen Adresse prüfen

Das Land NRW stellt Hochwasser- und Starkregengefahrenkarten online bereit, viele Kommunen ergänzen eigene Karten. Ein Blick darauf lohnt sich schon vor dem Kauf – er hilft bei der Einschätzung des Risikos und der Versicherbarkeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Elementarschäden sind in der normalen Wohngebäudeversicherung nicht enthalten.
  • Starkregen kann jedes Haus treffen, nicht nur in Flussnähe.
  • Der Beitrag richtet sich nach der Gefährdungszone.
  • Rückstausicherung und Vorsorge verbessern Schutz und Versicherbarkeit.

Häufige Fragen: Elementarschadenversicherung

Ist die Elementarschadenversicherung Pflicht?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es bislang nicht (Stand: Herbst 2026). Die Bundesregierung arbeitet aber an einer Reform, die Elementarschutz zum Standard machen soll. Unabhängig davon ist sie für die meisten Eigentümer sehr empfehlenswert.

Ist Starkregen auch außerhalb von Flussnähe ein Risiko?

Ja. Starkregen kann überall auftreten und Keller oder Erdgeschoss fluten – auch weit entfernt von Flüssen und auf Anhöhen.

Was bedeutet Rückstau?

Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann, drückt Wasser durch Abflüsse ins Haus zurück. Eine Rückstauklappe hilft vorzubeugen und ist oft Voraussetzung für den Versicherungsschutz.

Übernimmt der Staat Schäden bei Naturkatastrophen?

Darauf solltest du dich nicht verlassen. Staatliche Hilfen gab es in der Vergangenheit nur in Ausnahmefällen, und sie sollen künftig eher auf Versicherte ausgerichtet sein.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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