Kosten, Steuern & Versicherung

Wohngebäudeversicherung

Auch: Gebäudeversicherung, Hausversicherung

4 Min. Lesezeit Aktualisiert am

Kurz erklärt

Die Wohngebäudeversicherung schützt dein Haus gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Banken verlangen sie als Voraussetzung für die Finanzierung. Eine Elementarschadenversicherung, etwa gegen Starkregen und Hochwasser, solltest du zusätzlich prüfen.

Inhalt dieses Artikels
  1. Was ist eine Wohngebäudeversicherung?
  2. Was ist versichert?
  3. Warum verlangt die Bank eine Wohngebäudeversicherung?
  4. Worauf du beim Abschluss achten solltest
  5. Übergang beim Kauf
  6. Neuwert, gleitender Neuwert, Zeitwert
  7. Häufige Lücken
  8. Beiträge vergleichen
  9. Das Wichtigste auf einen Blick
  10. Häufige Fragen

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung ist die wichtigste Versicherung für Hauseigentümer. Sie schützt das Gebäude selbst – inklusive fest verbundener Bestandteile wie Heizung, Einbauküche (je nach Vertrag), Fenster und Leitungen – gegen die größten Risiken.

Was ist versichert?

Standardgefahren:

  • Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion
  • Leitungswasser: Rohrbruch, Frostschäden an Leitungen, austretendes Wasser
  • Sturm: ab Windstärke 8
  • Hagel

Nicht automatisch versichert:

  • Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch – dafür gibt es die Elementarschadenversicherung
  • Schäden durch mangelnde Instandhaltung
  • Allmähliche Schäden, etwa durch Feuchtigkeit über lange Zeit

Warum verlangt die Bank eine Wohngebäudeversicherung?

Die Immobilie ist die Sicherheit für dein Darlehen. Brennt das Haus ab, wäre diese Sicherheit verloren. Deshalb ist der Nachweis einer Wohngebäudeversicherung fast immer eine Auszahlungsvoraussetzung. Manche Banken lassen sich außerdem im Versicherungsvertrag als Sicherungsgläubiger eintragen.

Worauf du beim Abschluss achten solltest

  • Gleitender Neuwert: Die Versicherungssumme passt sich automatisch an Baupreissteigerungen an – so vermeidest du Unterversicherung.
  • Elementarschutz: Unbedingt mitversichern – Starkregen kann jedes Haus treffen.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Sollte mitversichert sein.
  • Photovoltaik und Wärmepumpe: Sind sie eingeschlossen?
  • Nebengebäude: Garage, Carport, Gartenhaus.
  • Aufräum- und Abbruchkosten sowie Mietausfall bei Vermietung.
  • Ableitungsrohre auf dem Grundstück.

Übergang beim Kauf

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie geht die bestehende Versicherung des Verkäufers automatisch auf dich über. Du kannst sie dann innerhalb eines Monats nach Eintragung ins Grundbuch kündigen und eine eigene abschließen. Achte darauf, dass keine Lücke entsteht – und dass die Bank einen Nachweis bekommt.

Beim Neubau solltest du bereits zu Baubeginn eine Wohngebäudeversicherung mit Feuerrohbauversicherung abschließen. Viele Versicherer schließen die Rohbauphase beitragsfrei ein.

Unser Tipp
Kümmere dich direkt nach dem Notartermin um die Gebäudeversicherung – inklusive Elementarschutz. Der Nachweis ist eine typische Auszahlungsvoraussetzung der Bank, und fehlende Unterlagen verzögern sonst die Kaufpreiszahlung.

Neuwert, gleitender Neuwert, Zeitwert

Die meisten Wohngebäudeversicherungen arbeiten mit dem gleitenden Neuwert: Die Versicherungssumme wird auf einen Basiswert (oft „Wert 1914“) bezogen und jedes Jahr an die Baupreisentwicklung angepasst. Im Schadensfall bekommst du die Kosten für den Wiederaufbau in gleicher Art und Güte ersetzt. Beim Zeitwert wird dagegen die Alterswertminderung abgezogen – das kann im Schadensfall viel Geld kosten. Achte deshalb auf eine Neuwertversicherung mit Unterversicherungsverzicht.

Häufige Lücken

  • Überspannungsschäden durch Blitz
  • Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes
  • Photovoltaikanlage und Wallbox
  • Carport und Nebengebäude
  • Grobe Fahrlässigkeit

Beiträge vergleichen

Die Beiträge unterscheiden sich stark zwischen Versicherern, auch wegen regionaler Risiken. Ein Vergleich lohnt sich – aber nicht nur beim Preis, sondern vor allem bei den Leistungen.

faq:
F: Wann muss die Gebäudeversicherung spätestens bestehen?
A: Spätestens mit dem Gefahrübergang, also meist mit der Übergabe. Viele Banken verlangen den Nachweis schon als Voraussetzung für die Auszahlung des Darlehens.
F: Ist die Einbauküche über die Gebäudeversicherung versichert?
A: Das hängt vom Vertrag ab. Individuell eingepasste Küchen können zum Gebäude zählen, Serienküchen gehören oft in die Hausratversicherung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Wohngebäudeversicherung schützt gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
  • Banken verlangen sie als Voraussetzung für die Auszahlung.
  • Elementarschutz separat mitversichern.
  • Beim Kauf geht die bestehende Versicherung auf dich über – mit Sonderkündigungsrecht.

Häufige Fragen: Wohngebäudeversicherung

Geht die Wohngebäudeversicherung beim Kauf auf mich über?

Ja, eine bestehende Versicherung geht mit dem Eigentumsübergang auf den Käufer über. Du hast dann ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Eintragung ins Grundbuch.

Brauche ich bei einer Eigentumswohnung eine eigene Gebäudeversicherung?

Nein. Das Gebäude wird von der Eigentümergemeinschaft versichert, die Kosten sind im Hausgeld enthalten. Deinen Hausrat musst du selbst versichern.

Was bedeutet Unterversicherung?

Wenn die Versicherungssumme zu niedrig ist, zahlt der Versicherer im Schadensfall nur anteilig. Ein Unterversicherungsverzicht, zum Beispiel über den gleitenden Neuwert, schützt davor.

Muss die Bank im Versicherungsschein stehen?

Manche Banken verlangen einen Sicherungsschein oder die Eintragung als Grundpfandgläubiger. Dann informiert der Versicherer die Bank, etwa bei Zahlungsverzug.

Fachlich geprüft von Yannick Roehl & Nick Zönnchen
Geschäftsführer der Deine Baufinanzierer GmbH, Eschweiler. Mehr über uns

Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.

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