Kurz erklärt
Mit Wohn-Riester kannst du staatlich gefördertes Riester-Vermögen für Kauf, Bau oder Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie einsetzen. Die Förderung wird über ein Wohnförderkonto erfasst und im Rentenalter nachgelagert versteuert.
Inhalt dieses Artikels
Was ist Wohn-Riester?
Die Riester-Förderung wurde eingeführt, um die private Altersvorsorge zu stärken. Seit 2008 kann sie auch für das selbst genutzte Wohneigentum eingesetzt werden – das nennt man Wohn-Riester oder Eigenheimrente. Der Gedanke dahinter: Mietfreies Wohnen im Alter ist eine Form der Altersvorsorge.
Wie kann Wohn-Riester genutzt werden?
1. Entnahme aus einem bestehenden Riester-Vertrag
Angespartes Kapital aus einem Riester-Banksparplan, einer Riester-Rentenversicherung oder einem Riester-Fondssparplan kann für den Kauf, Bau oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie entnommen werden.
2. Riester-Bausparvertrag
Du sparst mit staatlichen Zulagen in einen Bausparvertrag, der später für die Immobilie eingesetzt wird.
3. Riester-Darlehen
Die Tilgung eines Baudarlehens wird mit Riester-Zulagen und Steuervorteilen gefördert.
Die Förderung
- Grundzulage pro Person und Jahr
- Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind
- Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung, sofern günstiger als die Zulagen
Um die volle Förderung zu erhalten, muss ein bestimmter Mindesteigenbeitrag eingezahlt werden. Die genauen Beträge sind gesetzlich festgelegt und können sich ändern.
Die nachgelagerte Besteuerung
Die Förderung ist nicht geschenkt: Im Alter wird sie nachgelagert versteuert. Dafür wird ein Wohnförderkonto geführt, auf dem alle geförderten Beträge plus einer fiktiven jährlichen Verzinsung erfasst werden. Zu Beginn der Auszahlungsphase kannst du wählen:
- laufende Besteuerung über mehrere Jahre
- oder Einmalbesteuerung mit einem Rabatt auf einen Teil des Betrags
Wichtige Bedingungen
- Die Immobilie muss selbst genutzt werden und dein Hauptwohnsitz sein.
- Sie muss in Deutschland oder unter bestimmten Voraussetzungen in der EU bzw. im EWR liegen.
- Bei Verkauf oder Auszug musst du das geförderte Kapital in der Regel reinvestieren – sonst droht eine sofortige Besteuerung („schädliche Verwendung“).
Unser Tipp
Hast du einen Riester-Vertrag, prüfen wir gemeinsam, ob sich eine Entnahme für deine Immobilie lohnt – als zusätzliches Eigenkapital oder zur schnelleren Entschuldung. Die steuerlichen Details solltest du mit deinem Steuerberater abstimmen; die Einbindung in die Finanzierung übernehmen wir.
Für wen lohnt sich Wohn-Riester?
Wohn-Riester kann sich besonders für Familien mit Kindern lohnen, weil die Kinderzulagen einen großen Teil der Förderung ausmachen, und für Geringverdiener, bei denen die Zulagen im Verhältnis zum Eigenbeitrag hoch sind. Für Gutverdiener kann der Sonderausgabenabzug interessant sein. Auf der anderen Seite stehen die nachgelagerte Besteuerung und die Bindung an eine selbst genutzte Immobilie. Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab.
Wohn-Riester und Umzug
Ziehst du aus und vermietest die Immobilie, gilt das als schädliche Verwendung – es sei denn, du investierst das geförderte Kapital fristgerecht in eine neue selbst genutzte Immobilie oder zahlst es in einen Riester-Vertrag ein. Für bestimmte Fälle, etwa berufsbedingte Umzüge oder Pflegebedürftigkeit, gibt es Sonderregeln.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wohn-Riester nutzt die Riester-Förderung für selbst genutztes Wohneigentum.
- Möglich über Entnahme, Riester-Bausparvertrag oder Riester-Darlehen.
- Zulagen und Steuervorteile während der Ansparphase.
- Nachgelagerte Besteuerung im Alter über das Wohnförderkonto.
Häufige Fragen: Wohn-Riester
Kann ich meinen bestehenden Riester-Vertrag für die Immobilie nutzen?
Ja, du kannst angespartes Riester-Kapital für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie oder zur Entschuldung entnehmen. Dafür gibt es Mindest- und Formvorgaben; der Antrag läuft über die Zentrale Zulagenstelle.
Was passiert, wenn ich die Immobilie später verkaufe?
Dann musst du das geförderte Kapital in der Regel innerhalb bestimmter Fristen wieder in eine selbst genutzte Immobilie oder einen Riester-Vertrag einzahlen. Sonst droht eine sofortige Besteuerung.
Was ist das Wohnförderkonto?
Ein fiktives Konto, auf dem die geförderten Beträge plus einer jährlichen Verzinsung erfasst werden. Es bildet die Grundlage für die spätere Besteuerung im Ruhestand.
Kann ich Wohn-Riester auch für eine Modernisierung nutzen?
Für bestimmte Umbauten, etwa zur Reduzierung von Barrieren, ist eine Entnahme unter Voraussetzungen möglich. Für allgemeine Modernisierungen in der Regel nicht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzierungsberatung. Konditionen, Förderprogramme und gesetzliche Regelungen können sich ändern.
